BLUTPORTALE

Die Hauptcharaktere


Saskia Lange

Mitte Zwanzig und ledig. Geboren am 10. Mai in Stuttgart. Sie ist 1,70 Meter groß, wiegt 63 Kilogramm, und ihre sehr gute, trainierte Figur kommt eindeutig vom Sport. Sie hat halblange dunkelblonde Haare und graugrüne Augen. Ihre Kleidungswahl ist unkonventionell, sehr bunt, um nicht zu sagen: chaotisch. Sie lebt, seit sie denken kann, in Hamburg, kellnerte und kochte, bis sie ihr eigenes Restaurant, das Bon Gôut, eröffnete. Ihr ganzes Dasein wird vom Kochen, dem Kreieren neuer Gerichte und dem Fechten (klassisch & Kendo) bestimmt. Sie mag Punkmusik und Klassik, Comics, Kunst von Warhole und Coriat.

Wilhelm Shiva Arihant Gul

Anfang Dreißig und ledig, geboren am 5.9. in Köln, obwohl er gerne behauptet, er sei in Mumbay zur Welt gekommen. Er ist 1,71 Meter klein, wiegt 70 Kilogramm und hat eine normale Figur. Die Haare sind halblang und schwarz, am Unterkiefer und um den Mund trägt er einen Bart. Durch seinen indischen Einschlag hat er einen dunkleren Teint und braune Augen. Er mag Blumen, die Arbeit mit ihnen, die Gestaltung von Gärten – als Ausgleich zur leicht morbiden Ader, die er hat. Seit früher Kindheit betreibt er Kalarippayat, eine indische Kampfsportart. Auch wenn er für seine Bollywood-Party berühmt ist, mag er Bollywood an sich nicht unbedingt gerne. Die Stimmung muss passen.

Levantin

Ein äußerst undurchsichtiger, sehr einflussreicher und reicher Mann. Man nimmt an, dass er um die vierzig Jahre ist und er einige Schönheits-OPs hinter sich gebracht hat. Die kurzen, blondgelben Haare trägt er, wie es ihm gefällt, meistens ohne erkennbare Frisur und doch immer auf seltsame Weise modisch. Frauen bezeichnen ihn als attraktiv und männlich, und man sieht ihn in der Öffentlichkeit stets gut gekleidet. Die Augenfarbe ist ungewöhnlich, undefinierbar und driftet ins Goldene.

Der Professor

Ist ein älterer Mann mit einem langen Schmiss auf der linken Wange. Die metallene Fassung seiner runden Brille, die schwarzen Haare, die mit Gel nach hinten gelegt sind, der akkurate Mittelscheitel und der ausrasierte Nacken lassen ihn wie einen Arzt aus den 20er Jahren erscheinen. Viel ist nicht von ihm bekannt. Außer: Er war einmal Kämpfer in der union des lames, bis er sich aus dem aktiven Geschehen zurückzog und die medizinische Betreuung übernahm. Er ist Inhaber mehrerer Professorengrade der Medizin, Schwerpunkt Chirurgie und Innere Medizin.

Valesca

Die schwarzhaarige Frau gehört zu einer zwielichtigen Organsation, die nach Artefakten trachtet. Man sieht sie oft in einem schwarzledernen Gehrock über einem hellgrauen Pullover, dunkelgrauen Hosen und schwarzen Stiefeln. Sicher ist, dass sie eine militärische Ausbildung genossen hat und sie zur Führungsebene der Organisation gehört.

Mira Hansen

Die blonde, etwa vierzigjährige Frau tritt als Immobilienmaklerin auf und trägt meistens Business-Kostüme. Ob die Doppelkette aus runden schwarzen Edelsteinen eine besondere Bedeutung hat, darüber wird gerne spekuliert. Tatsache ist jedoch, dass auch sie einer Organisation angehört, die Ziele jenseits von dem verfolgt, was Normalbürger tun. Und dadurch ist sie schon oft mit Valesca aneinander geraten – beide ahnen, dass es eines Tages tödlich enden wird.

Die Portale

Niemand weiß genau, was hinter den Portalen steckt, die in verschiedenen Kulturen vorkommen – wenn auch mit anderen Namen. Es sind Öffnungen zwischen den Welten. Nach menschlichen Maßstäben würden sie manche als Himmel, manche als Hölle bezeichnen. Mal sind diese Welten nichts als reines Weiß, ohne oben und unten, mal gegenständlich und real wie unsere Erde, mal bestehen sie aus Gegenden, für die es keine menschlichen Worte gibt.

Und selbstverständlich sind diese Welten oder Dimensionen oder Sphären von Wesen bewohnt. Aggressive, freundliche, gleichgültige. Übermächtige, unbesiegbare, magische. Manche würden sie Engel nennen, manche wiederum Dämonen – oder Außerirdische?
Wie auch immer.
Der Trick besteht darin, dort aufzuschlagen, wo es die Harmlosen gibt ...



Markus Heitz zum Thema Vampire

Nach ein paar obskuren Hinweisen aus dem Mittelalter begannen sich im 17. Jahrhundert die Berichte über diese monströse Wesen zu häufen.

Die ersten eindeutigen Fälle von Vampirismus wurden 1591 aus Schlesien und 1618 aus Böhmen gemeldet, 1624 gab es ein paar Upierzyca-Berichte aus der Nähe von Krakau.

Bezeichnenderweise geht es in den Geschichten um Fälle von Menschen - häufig Selbstmörder, Ungetaufte, Exkommunizierte, Verhaltensauffällige oder Personen mit Abnormitäten - die in Mensch- oder Tiergestalt ihren Gräbern entstiegen.
Sie verursachten Schäden oder Seuchen, töteten Menschen und Tiere, bis ihre unverwesten Leichen, deren Adern noch mit Blut gefüllt waren, exhumiert und mit einem Pfahl durchbohrt oder enthauptet wurden, oder bis man ihnen das Herz herausschnitt und sie verbrannte. Obwohl der Vampirglauben eigentlich slawischen und griechischen Ursprungs ist, brachte ihn die öffentliche Meinung des 18. Jahrhunderts in erster Linie mit Ungarn und Serbien in Verbindung, weil fast alle berühmten Fälle von Vampirismus des 18. Jahrhunderts hier spielten.

Den berühmtesten Fall gab es jedoch in Serbien, im Dörfchen Medvegia und damit den Ausgangspunkt für den Roman. Mehr dazu steht ja im Nachwort des Romans, deswegen lasse ich das an der Stelle mal weg.

Zusammengefasst: Die Gutachten, welche die Existenz der Vampire "belegen", sind erhalten geblieben, angefertigt von Ärzten und Offizieren der kaiserlichen österreichischen Armee, die bei der Exhumierung anwesend waren.

Diese Serie von Fällen bildete den Auftakt zu einer großen Vampirismus-Debatte in den 1730er Jahren. In einer langen Reihe von mehr oder weniger wissenschaftlichen Werken wurden zunächst diese Phänomene und in den 1740er Jahren auch neuere Fälle von Vampirismus in Transsylvanien, Böhmen und Mähren erörtert.

Ach ja: Nein, ich glaube nicht an Vampire.



WiedergÄnger, vampirismusÄhnliche und vampirale Gestalten allgemein und international

Auf den vor der Küste Nordaustraliens liegenden Inseln kennen die Bewohner die so genannten Forsos, zurückkehrende Tote, die ihre lebenden Verwandten heimsuchen und deren Vorhaben behindern; die arabischen Länder wissen um die Ghoule, leichenfressende Nachtwesen mit spitzen Reißzähnen, die auf Begräbnisstätten lauern; der Vampir "Azeman" treibt dagegen nur in bestimmten Gegenden des nordöstlichen Südamerikas, im früheren Surinam oder Holländisch Guyana, sein Unwesen. Die Japaner nennen ihren mit dem Ghoul verwandten bösen Geist Kasha, die chinesischen lebenden Toten heißen Kuei. Zum Kuei werden solche Menschen, die in ihrem irdischen Leben nicht genügend Verdienste erworben haben. Ein Hindu, der durch Gewalteinwirkung starb oder dessen Leiche ohne Zeremoniell begraben wurde, kehrt als Preta zurück, der willkürlich gegen alle lebende Wesen vorgeht, die ihm begegnen. Auf Haiti sind die Revenants gefürchtet, Seelen, die in die toten Körper zurückkehren, weil sie spüren, daß sie von den Lebenden vergessen werden. Die indische, mehr geisterhafte Vampirrasse wird Vetala oder Rákshasa genannt, auch sie legt sich in der Nähe von Grabstätten auf die Lauer und wartet auf Opfer. Im Ashantiland heißen die Vampire Asanbosam, in Guinea Owenga, die Madagassen nennen die Blutsauger Ramanga. Die Mexikaner haben Furcht vor einem Vampir namens Civateteo, Brasilien verfügt sogar über zwei Spezies, die Jaracaca und die Lobishomen; ein ganz gefährliches Gebiet ist Malaysia, wo mehr als sechs verschiedene vampirische Geister leben. Die generelle internationale Vielfalt ist beeindruckend.

aus: Ingpen, Robert/ Page, Michael: Encyclopaedia, und Masters, Anthony: The Natural History of the Vampire.